Die Gemälde der Archetypen und ihre Bestandteile

Das Grundlegenste jedes Archetypen ist die universelle Form. Doch was der menschlichen Wahrnehmung nicht möglich ist, ist verschiedene Blickwinkel dauerhaft aufrecht zu erhalten. Jeder neue Blickwinkel auf die Form, macht aber eine neue Qualität sichtbar. Und die Gemälde bringen die zugrundeliegende Körperhaltung zum Verständnis, sowie die dazugehörigen Farben und den Begriff, der den Archetypen benennt.

Die abstrakte Form im Bild

Die Seele drückt sich über eine erstaunliche Uniformität aus. Jedem Prinzip liegt eine eindeutige Form zugrunde, auf die jeder, aus seiner persönlichen Betrachtungsweise des Lebens, zurückgreifen kann. Sie ist konstant und unveränderlich, für jeden nachvollziehbar und steht immer für den immer gleichen Archetypen mit all seinen Facetten. Sie ist für die Emotion das, was für die Mathematik die Zahlen, oder für die Literatur die Buchstaben sind. Durch das immer während Beständige der Zahlen sind wir in der Lage komplizierte Gleichungen aufzustellen, aber auch einfache Rechenaufgaben zu lösen. Durch gleich bleibende Buchstaben können wir lernen zu lesen und zu schreiben, uns auszudrücken. Wir können Texte verstehen und beurteilen, uns ihren Inhalt zu eigen machen und sogar unser Leben danach gestalten. Durch das konstante System der Archetypen können wir immer wieder verschiedene Lebenssituationen auf das dahinter liegende Prinzip zurückführen, sie analysieren, beurteilen und gegebenenfalls neue Handlungen folgen lassen. Jetzt, da die abstrakte Form der Archetypen enthüllt ist, beginnen wir unsere Anlagen zu verstehen, erfassen die Herausforderung, die sie beinhalten und sind in der Lage unsere Grenzen auf emotionalem Gebiet zu überschreiten. Die Form ist der grundlegendste Ausdruck der Archetypen, weil sie, durch ihren dreidimensionalen Charakter, alle verschiedenen Aspekte des Grundprinzips beinhaltet. Die Gemälde dagegen können eine besondere Facette eines Archetyps beleuchten. Sie zeigen einzelne Ansichten einer Form und halten jeweils eine andere Qualität dieses Prinzips fest.

Der Körper – Ausdruck einer inneren Haltung

In den Gemälden kommt zu der abstrakten Form das Gegenständliche des menschlichen Körpers hinzu, der erklärt welcher Körperhaltung der Archetyp entspringt. Diese Haltung entsteht durch eine ganz bestimmte geistige Ausrichtung, die sich in einer entsprechenden Handlung ausdrückt. Im Bild ist ein Mensch zu sehen, der etwas ganz Bestimmtes tut und sich damit den Archetyp erschließt. Es sind nicht immer Handlungen die wir täglich an unseren Mitmenschen beobachten können, sondern wir sehen sie häufig in Situationen, die eine Herausforderung darstellen. Beim Hochleistungssport zum Beispiel, oder in Spielfilmen, in der Werbung, aber auch in großen Kunstwerken, weil der Mensch von dieser kraftvollen Körpersprache beeindruckt ist und ihre Schönheit, ihren Anmut und ihre vitale Energie festhalten möchte. Deshalb kann man diese Körperhaltungen auf Höhlenbildwänden genauso entdecken, wie bei den großen Kunstwerken der Menschheit, zu jeder Zeitepoche und in jeder Kultur.

Das Gegenständliche und Erkennbare des menschlichen Körpers erschließt den Zugang zu der abstrakten Form und lässt uns bei ihr verweilen. Wir können sie besser verstehen und ihre Inspiration persönlicher nehmen. Sie rückt für uns näher, wird erreichbarer und beginnt mit uns zu kommunizieren. Wir können uns mit dem Menschen im Bild identifizieren und sehen uns in einer Situation, in der wir uns in den neutralen Zustand des Archetyps versetzt haben und damit die Ausschläge in die eine oder andere Richtung wahrnehmen, die er in unserem Leben macht. Aus einem fernen Prinzip wird eine persönliche Erfahrung, in der wir spüren wie sich dieses Erlebnis anfühlt. Der assoziative Verstand zieht Rückschlüsse, warum diese Körperhaltung so empfunden wird und beginnt Zusammenhänge zu entdecken, die auf den Erfahrungen des eigenen Lebens beruhen. Mit einem Mal sind wir auf einer ganz persönlichen Entdeckungsreise durch das Universum unserer Gedanken, Überzeugungen, gewohnten Sichtweisen und Lebensstrategien.

So wichtig es ist, nachzuvollziehen, aus welcher Körperhaltung sich die Form ableitet, so unwichtig ist es, immer den gleichen Menschen darzustellen. Wir können anstelle eines Erwachsenen ein Kind setzen, anstelle eines Mannes eine Frau und selbstverständlich spielt es auch keine Rolle, welche Hautfarbe die Person hat, oder ob die Gestalt im Detail ausgearbeitet ist.

Zu einem späteren Zeitpunkt, wenn das Verständnis da ist, was ein Archetyp alles beinhaltet, können wir sogar so weit gehen materielle Dinge oder innere Werte stellvertretend für die Person einzusetzen. Diese Möglichkeit erleichtert uns das Prinzip auf ganz verschiedene Situationen unseres Alltags zu beziehen und zu spüren, wie wir uns in Beziehung dazu fühlen.

Die Farben des Archetyps gehen auf die Urerfahrung ein, die das Potential befreit

Noch bevor Peter H. Kalb überhaupt wusste, dass seinen Formen Farben zuzuordnen waren, hatte er sich sehr intensiv mit Farbwirkungen beschäftigt.

So gibt es kalte Farben und warme. Gehen wir in einen Raum, der blau gestrichen ist, empfinden wir die Temperatur niedriger, als in einem Zimmer, das in rot gehalten ist, obwohl in beiden die gleiche Zimmertemperatur eingestellt ist.

Es gibt Farben die sehr tief und kaum greifbar sind und andere die sehr nah vor uns stehen, uns geradezu anspringen. Stellen Sie sich das Meer vor, in seinem dunklen Blau. Spüren Sie nicht gleich seine Tiefe und Weite? Und jetzt geben Sie diesem Meer einfach die Farbe orange. Irgendwie passt das nicht, oder?

Farbkombinationen erzeugen Assoziationen. Wenn wir ein Herbstbild malen, werden wir entsprechende Farben wählen, um eine herbstliche Stimmung zu erzeugen. Es würde uns niemals gelingen eine gedankliche Verbindung mit dem Herbst herzustellen, wenn wir das Bild in winterlichen Farben malten.

Was also sind Farben genau und was tun sie?

Faszinierend ist, dass Farben ein Phänomen sind, das es ohne Licht gar nicht gibt und dennoch haben sie einen enormen Einfluss auf unser Wohlbefinden. Farbe ist Schwingung, die eine bestimmte Qualität hat und auf die Schwingung des Menschen trifft. Sie stimmt uns ein, auf die ihr innewohnende Qualität.

Aus den Informationen, die Peter über Farben und ihre Wirkung hatte, entwickelte sich seine Philosophie, dass jedes Ding seine ganz eigene Farbe hat und die Schwingung seiner abstrakten Formen, die ihr entsprechende Schwingung der Farben anzieht. Farbe und Form ergeben ein harmonisches, in sich stimmiges Bild, das nur so und nicht anders aussehen kann.

Wenn die Körperhaltung der Ausdruck einer geistigen Ausrichtung ist, so bilden die elementaren Aussagen der Farben die Grundlage, um diese zu erreichen. Sie zeigen Eigenschaften und Fähigkeiten, die es ermöglichen die erwünschte Ausrichtung zu erlangen.

In den Gemälden sehen wir Farbkombinationen, die eine der Form entsprechende Energie haben. Das heißt, wo immer wir diese Farbzusammenstellung antreffen, wird auch das entsprechende Prinzip – der Archetyp – angesprochen. Es war oftmals faszinierend zu beobachten, dass Menschen, die sich nach einem ganz bestimmten Archetyp sehnten und das Kunstwerk davon erwarben, ihre persönliche Umgebung bereits in den Farben gestaltet hatten, die dem Prinzip entsprachen. Die Wohnung schien ein Gesamtrahmen für das Kunstwerk zu sein, das nach Hause geholt wurde. Auf einer unbewussten Ebene spüren wir also sehr deutlich, was wir benötigen, um einen bestimmten Archetypen zu entfachen.

Die Sprache gibt dem Gefühl einen Begriff, mit dem wir uns bewusst auseinandersetzen können

Der Titel einer Skulptur, oder eines Gemäldes, fasst den Archetypen in wenigen Worten zusammen und erleichtert uns den bewussten Umgang damit. Es ist nun möglich zu erkennen, wovon wir uns angesprochen fühlen, oder was wir ablehnen. Unsere emotionale Reaktion auf einen Archetyp bekommt einen Begriff den wir verstehen und auf unsere Lebenssituation beziehen können. Was wir bisher nur als unbestimmbares Gefühl wahrnehmen konnten, kann jetzt von unserem Verstand erfasst und entsprechend eingeordnet werden. Wir können verstehen warum uns die Form, die Körperhaltung, oder die Farben gefallen, oder auch Ablehnung, manchmal sogar Grauen auslösen.

Und wenn Sie wollen können Sie sich jetzt auf eine Rundreise durch die Gemälde der Archetypen begeben und feststellen, was genau Sie heute anspricht und es in Bezug setzen zu dem, was Sie momentan beschäftigt.

Gemälde der Archetypen

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